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Was ist Ethereum? Smart Contracts, Gas und ETH einfach erklärt

Ethereum für Einsteiger: was Smart Contracts sind, wie ETH das Gas bezahlt, warum 2022 der Wechsel zu Proof of Stake kam und welche Risiken bestehen.

Grundlagen9. Oktober 20263 Min. Lesezeit
Auf dieser Seite
  1. Eine kurze Geschichte
  2. Was Smart Contracts sind
  3. ETH als Treibstoff: Gas verstehen
  4. Der Wechsel zu Proof of Stake
  5. Was auf Ethereum läuft
  6. Risiken, die du im Blick behalten solltest

Wenn Bitcoin ein gemeinsames Notizbuch für Geld ist, dann ist Ethereum ein gemeinsamer Computer, den jeder auf der Welt nutzen kann. Darauf laufen kleine Programme, die Geld und Daten verwalten, ohne dass ein Unternehmen das Sagen hat. Dieser Leitfaden zeigt, was das praktisch bedeutet, wofür ETH da ist und wo die Risiken liegen.

Eine kurze Geschichte

Ethereum wurde Ende 2013 vom Programmierer Vitalik Buterin vorgeschlagen, der sich bald mit einer Gruppe von Mitgründern zusammentat, um es aufzubauen. Das Netzwerk startete am 30. Juli 2015. Seine eigene Währung heißt Ether, meist abgekürzt als ETH.

Bitcoin konzentriert sich vor allem darauf, Geld zu sein. Ethereum wurde dagegen programmierbar entworfen. Entwickler können Code schreiben, der auf der Blockchain liegt und genau so ausgeführt wird, wie er geschrieben ist. Das hat den Weg für eine ganze Reihe von Anwendungen geöffnet.

Was Smart Contracts sind

Ein Smart Contract ist ein Programm, das auf Ethereum gespeichert ist. Es folgt einfachen Wenn-dann-Regeln. Ein simples Beispiel: „Wenn jemand 1 ETH an diesen Vertrag sendet, schicke ihm dafür 100 Token zurück.“ Einmal veröffentlicht, läuft der Vertrag automatisch, sobald jemand mit ihm interagiert, und niemand kann seine Regeln heimlich ändern – es sei denn, der Code sah Änderungen von Anfang an vor.

Der Name kann in die Irre führen. Es sind keine rechtlichen Dokumente, und „smart“ heißt nicht klug. Es ist einfach Code, und Code kann Fehler enthalten. Ein Bug in einem beliebten Vertrag kann von Angreifern ausgenutzt werden, und so verlorene Gelder lassen sich oft nicht zurückholen.

ETH als Treibstoff: Gas verstehen

Jede Aktion auf Ethereum, vom Senden von ETH bis zur Nutzung einer App, erfordert Rechenarbeit. Diese Arbeit wird in Einheiten namens Gas gemessen, und du bezahlst sie in ETH. Gaspreise werden meist in Gwei angegeben, das ist ein Milliardstel ETH.

Deine Gebühr besteht aus zwei Teilen. Die Basisgebühr legt das Netzwerk danach fest, wie ausgelastet die letzten Blöcke waren, und sie wird verbrannt, also dauerhaft aus dem Umlauf entfernt. Die optionale Prioritätsgebühr ist ein Trinkgeld für den Validator, der deine Transaktion aufnimmt. Wenn viele Menschen Ethereum gleichzeitig nutzen, steigen die Gebühren.

Die Gebühr zahlst du auch dann, wenn eine Transaktion fehlschlägt, denn das Netzwerk hat die Arbeit trotzdem erledigt. Gas schreckt außerdem Spam ab: Wenn jede Aktion etwas kostet, wird es teuer, das Netzwerk zu überfluten.

Der Wechsel zu Proof of Stake

Ursprünglich nutzte Ethereum wie Bitcoin Proof of Work. Am 15. September 2022 schloss es ein Upgrade namens The Merge ab und wechselte zu Proof of Stake (Anteilsnachweis). Statt Minern, die mit leistungsstarken Maschinen konkurrieren, hinterlegen Validatoren ETH als Pfand und schlagen abwechselnd Blöcke vor und prüfen sie.

Validatoren werden für ehrliche Arbeit belohnt. Brechen sie die Regeln, kann ihnen ein Teil ihres Pfands abgenommen werden – diese Strafe heißt Slashing. Laut ethereum.org hat The Merge den Energieverbrauch des Netzwerks um etwa 99,95 % gesenkt.

Anders als Bitcoin hat Ethereum keine feste Höchstmenge. Neue ETH werden als Belohnung an Validatoren ausgegeben, während verbrannte Basisgebühren ETH entfernen. Die Gesamtmenge kann daher mit der Zeit steigen oder sinken.

Was auf Ethereum läuft

  • Token. Tausende andere digitale Token, darunter viele Stablecoins, basieren über gemeinsame Standards auf Ethereum.
  • Dezentrale Finanzen (DeFi). Apps zum Tauschen von Token, zum Verleihen und Leihen, die über Smart Contracts statt über eine Bank laufen.
  • NFTs. Einzigartige Token, die den Besitz eines digitalen Objekts festhalten, etwa eines Kunstwerks oder eines Gegenstands in einem Spiel.
  • Layer-2-Netzwerke. Eigene Netzwerke auf Ethereum, die viele Transaktionen bündeln, um sie günstiger zu machen, und die Ergebnisse dann auf Ethereum festhalten.

Diese Apps nutzt du über eine Wallet, die jede von dir freigegebene Aktion signiert. Lies immer, was du signierst, denn eine einzige unachtsame Freigabe kann einer App erlauben, deine Token zu bewegen.

Risiken, die du im Blick behalten solltest

  • Kursschwankungen. ETH kann stark steigen oder fallen, und sein Kurs hängt stark davon ab, wie sehr das Netzwerk genutzt wird und wie sehr man eine Nutzung erwartet.
  • Fehler in Smart Contracts. Auch geprüfte Apps können gehackt werden. Wer viele Apps und brandneue Projekte nutzt, vervielfacht dieses Risiko.
  • Gebühren und Fehler. Bei hoher Auslastung können die Gebühren sprunghaft steigen, und Token an die falsche Adresse oder ins falsche Netzwerk zu senden, lässt sich meist nicht rückgängig machen.
  • Betrug. Gefälschte Token, nachgemachte Websites und bösartige Freigabeanfragen sind verbreitet. Prüfe Adressen doppelt und nutze nur Apps, über die du dich informiert hast.

Nur zu Bildungszwecken, keine Finanzberatung. Krypto-Assets sind volatil, und du kannst Geld verlieren.

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