EU: Plattformen müssen Stablecoins ohne MiCA-Zulassung abbauen

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Kryptoplattformen in der Europäischen Union dürfen Kunden keine Stablecoins mehr kaufen oder handeln lassen, die nicht nach den MiCA-Regeln der EU zugelassen sind. Das geht laut CoinDesk aus neuen Leitlinien der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hervor. Bestehende Kundenbestände müssen innerhalb von drei Monaten abgewickelt werden.
Was passiert ist
Die ESMA veröffentlichte ihre Leitlinien am Donnerstag als Stellungnahme an die nationalen Aufsichtsbehörden der EU-Mitgliedstaaten. Ein bestimmter Token wird darin nicht genannt. CoinDesk wies jedoch darauf hin, dass USDT von Tether, der nach Marktwert größte Stablecoin, der prominenteste Coin ohne MiCA-Zulassung ist und dass auch PayPal USD, die Nummer drei, nicht zugelassen ist.
Nach den Leitlinien müssen zugelassene Plattformen jeden Dienst einstellen, mit dem EU-Kunden ihre Bestände eines betroffenen Stablecoins aufstocken können, sei es durch Kauf, Handel oder Tausch. Der Anwendungsbereich ist breit. Er umfasst Tauschdienste, Orderausführung, Transfers, Verwahrung, Verwaltung, Beratung und Portfoliomanagement.
Laut ESMA sollen die nationalen Behörden dafür sorgen, dass verbleibende Kundenguthaben zügig abgewickelt werden, in jedem Fall innerhalb von drei Monaten nach Veröffentlichung der Stellungnahme. Nach Lesart von CoinDesk ergibt sich daraus als späteste Frist der 8. Januar 2027.
Was Plattformen weiterhin tun dürfen
Während der Abwicklung dürfen Plattformen nur eingeschränkte Dienste anbieten, die darauf abzielen, bestehende Kundenbestände aufzulösen. Laut CoinDesk sind Verkauf, Umtausch, Auszahlung oder Übertragung der Token erlaubt, ebenso ihre Verwahrung. Kauf, Bewerbung oder Handel der Token sowie ihre weitere Listung für den Markt sind nicht erlaubt.
Die ESMA begründet das damit, dass nicht konforme Stablecoins auf zugelassenen Plattformen die Regeln untergraben würden, die zugelassene Emittenten bei Reserven, Rücknahmen, Governance und Offenlegung einhalten müssen. Wie jede Plattform mit verbleibenden Kundenguthaben umgeht, entscheiden die nationalen Aufsichtsbehörden, solange die Dreimonatsfrist eingehalten wird.
Warum das wichtig ist
Ein Stablecoin ist ein Krypto-Token, der einen stabilen Wert halten soll, meist einen US-Dollar oder einen Euro, gedeckt durch Reserven, die der Emittent nach eigenen Angaben hält. MiCA steht für Markets in Crypto-Assets und ist das zentrale Regelwerk der EU für Kryptowerte. Seine Stablecoin-Regeln gelten seit Juni 2024. Sie verlangen, dass Emittenten von Dollar- und Euro-Token, die EU-Nutzern angeboten werden, zugelassen sind, Reserven halten, Rücknahmen bedienen und Offenlegungen veröffentlichen. In ihren Dokumenten bezeichnet die ESMA diese Coins als vermögenswertreferenzierte Token und E-Geld-Token.
Die vollständigen MiCA-Regeln für Kryptoplattformen gelten seit dem 1. Juli, und Firmen ohne Lizenz mussten aufhören, Kunden in der EU zu bedienen. CoinDesk merkte an, dass mehrere Börsen USDT für europäische Nutzer bereits vor diesen Leitlinien eingeschränkt hatten. Die neue Stellungnahme macht aus diesem Flickenteppich eine gemeinsame Erwartung an alle zugelassenen Plattformen.
Worauf du jetzt achten solltest
Der nächste Schritt liegt bei den nationalen Aufsichtsbehörden, die die Stellungnahme in Vorgaben für die von ihnen beaufsichtigten Plattformen übersetzen müssen. Börsen dürften eigene Zeitpläne veröffentlichen. CoinDesk warnte, dass manche Nutzer während der gesamten Abwicklungsphase verkaufen oder auszahlen können, während andere mit einem früheren Stichtag ihrer Plattform rechnen müssen.
Die Leitlinien zielen nur auf Stablecoins, die die MiCA-Anforderungen nicht erfüllen. Token, deren Emittenten nach MiCA zugelassen sind, sind von diesen Einschränkungen nicht betroffen.
Was das für Einsteiger bedeutet
Wenn du in der EU lebst und USDT oder einen anderen nicht zugelassenen Stablecoin auf einer Börse hältst, lies die offiziellen Mitteilungen deiner Plattform und folge ihren Anweisungen. Üblicherweise wirst du die Wahl haben, die Coins umzutauschen oder sie vor der Frist deiner Plattform auf eine Wallet abzuheben, die du selbst kontrollierst.
Wenn du Token in eine Self-Custody-Wallet verschiebst, bist du selbst für deine Schlüssel verantwortlich, und jeder Umtausch und jede Auszahlung kann Gebühren kosten. Du musst nichts überstürzen. Betrüger nutzen regulatorische Fristen oft als Köder, also ignoriere unaufgeforderte Nachrichten, die anbieten, deine Mittel für dich zu verschieben.
- Prüfe die offiziellen Ankündigungen deiner Börse, nicht Beiträge in sozialen Medien.
- Notiere dir den Stichtag deiner Plattform, der vor dem 8. Januar 2027 liegen kann.
- Rechne Handels- und Netzwerkgebühren ein, bevor du umtauschst oder abhebst.
Quellen
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