Zum Inhalt springen
Finvane

Bitcoin fällt gen 80.000 Dollar, Liquidationen über 1 Mrd. Dollar

Bitcoin fiel bis knapp an 80.000 Dollar, gehebelte Wetten über mehr als 1 Mrd. Dollar wurden aufgelöst. Die Gründe und was das für Einsteiger bedeutet.

Tagesanalyse9. Oktober 20264 Min. Lesezeit
Auf dieser Seite
  1. Was passiert ist
  2. Warum der Hebel den Absturz verschärfte
  3. Der größere Rahmen: Öl, Renditen und die Fed
  4. Worauf du jetzt achten solltest
  5. Was das für Einsteiger bedeutet

Bitcoin ist am Donnerstag auf rund 80.000 Dollar gefallen und damit laut CoinDesk auf den tiefsten Stand seit etwa einem Monat. Eine Welle von Zwangsverkäufen traf Trader, die sich Geld geliehen hatten, um auf steigende Kurse zu setzen. Im Hintergrund standen steigende Ölpreise, hohe Anleiherenditen und harte Töne der US-Notenbank Federal Reserve.

Was passiert ist

CryptoSlate meldete ein Tagestief nahe 80.000 Dollar; zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts wurde Bitcoin bei etwa 80.744 Dollar gehandelt. Wie stark der Tagesverlust ausfiel, hing vom Zeitpunkt ab: CryptoSlate bezifferte ihn auf 3 % in 24 Stunden, CoinDesk auf 4 %. Laut CoinDesk lag Bitcoin damit mehr als 8 % unter dem Niveau von knapp 87.000 Dollar, das er vier Tage zuvor beinahe erreicht hatte.

Andere große Coins fielen stärker. Laut CoinDesk verloren Ether und XRP im Tagesverlauf rund 6 % und Solana etwa 9 %; auf Wochensicht lagen alle zweistellig im Minus. In der Momentaufnahme von CryptoSlate war Ether unter 2.500 Dollar gerutscht, XRP stand bei 1,35 Dollar.

Auch aus Spot-Bitcoin-ETFs (börsengehandelten Fonds) floss Geld ab. Über sie können Anleger sich über ein ganz normales Depot an Bitcoin beteiligen. Laut dem ETF-Tracker von Decrypt zogen Anleger am Mittwoch 484,9 Millionen Dollar aus diesen Fonds ab, der größte Tagesabfluss seit dem 25. Juni. Auf IBIT von BlackRock entfielen 207,7 Millionen Dollar, auf FBTC von Fidelity 105,1 Millionen Dollar. Decrypt wies darauf hin, dass die Fonds weiterhin kumulierte Nettozuflüsse von 57,8 Milliarden Dollar verbuchen.

Warum der Hebel den Absturz verschärfte

Ein Großteil des Tempos kam vom Hebel, also von Trades mit geliehenem Geld. Bewegt sich der Kurs gegen eine gehebelte Position und reichen die Sicherheiten des Traders nicht mehr aus, schließt die Börse die Position automatisch. Das nennt man Liquidation, und jeder Zwangsverkauf kann die Kurse weiter drücken und die nächste Liquidation auslösen.

Unter Berufung auf Daten von CoinGlass zählte CryptoSlate Liquidationen von 1,16 Milliarden Dollar in 24 Stunden. Wetten auf steigende Kurse, sogenannte Longs, machten davon 1 Milliarde Dollar aus, Wetten auf fallende Kurse 108 Millionen Dollar. Insgesamt wurden 166.769 Trader liquidiert. Am stärksten traf es Ether-Positionen mit rund 324 Millionen Dollar, bei Bitcoin waren es 240 Millionen Dollar.

Auch neuere Käufer wirkten nervös. Daten von CryptoQuant, auf die sich CryptoSlate beruft, zeigten, dass kurzfristige Halter in der aktivsten Phase des Tages über 50.000 BTC auf Börsen verschoben, davon mehr als 29.500 BTC mit Verlust. Coins, die an eine Börse geschickt werden, werden oft bald danach verkauft, aber nicht immer.

Der größere Rahmen: Öl, Renditen und die Fed

Decrypt sieht den Hauptdruck außerhalb des Kryptomarkts. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg demnach auf etwa 5,7 % und damit auf den höchsten Stand seit 2002, während Rohöl der Sorte Brent bei rund 100 Dollar pro Barrel schloss. Bitcoin Magazine führte den Ölpreisanstieg auf neue Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus zurück.

Die Kette von Ursache und Wirkung ist leicht nachzuvollziehen. Teures Öl treibt die Inflation, und höhere Inflation macht eine Notenbank eher bereit, die Zinsen anzuheben. Wenn sichere Anlagen wie Staatsanleihen mehr abwerfen, ziehen manche Anleger Geld aus Anlagen ab, die überhaupt keine Zinsen zahlen, darunter Bitcoin.

Laut Decrypt hob die Fed im September die Zinsen an, zum ersten Mal seit 2023, und das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung zeigt, dass die meisten Mitglieder bis Jahresende eine weitere Erhöhung erwarten. In einer Rede am Donnerstag, über die Bitcoin Magazine berichtete, sagte Fed-Gouverneur Christopher Waller, weitere Zinserhöhungen seien wahrscheinlich nötig, um die Inflation zu senken; beim Tempo ließ er sich jedoch etwas Spielraum.

Worauf du jetzt achten solltest

Die Märkte sind weniger überzeugt als die Fed-Vertreter. Decrypt nannte nach CME FedWatch eine Wahrscheinlichkeit von 19,4 % für eine Zinserhöhung im Oktober, auf dem Prognosemarkt Myriad waren es 17 %. Die nächsten Sitzungen der Fed finden am 27.–28. Oktober und am 8.–9. Dezember statt.

Charttechnisch hatte Glassnode laut CryptoSlate einen großen Block wartender Kauforders auf Binance zwischen 81.000 und 81.250 Dollar ausgemacht, und Bitcoin wurde bereits unterhalb dieser Zone gehandelt. Glassnode verwies zudem auf eine weitere Häufung möglicher Liquidationsniveaus nahe 75.000 Dollar. Solche Niveaus sind kein Boden: Orders können storniert werden, und starker Verkaufsdruck kann direkt durch sie hindurchgehen.

CoinDesk erinnerte außerdem daran, dass sich am 10. Oktober der Flash-Crash von 2025 zum ersten Mal jährt. Damals stürzte Bitcoin von etwa 122.000 auf 105.000 Dollar ab, ein Großteil davon innerhalb weniger Minuten.

Was das für Einsteiger bedeutet

Tage wie dieser zeigen, wie geliehenes Geld Bewegungen in beide Richtungen verstärkt. Die meisten liquidierten Trader hatten mit Hebel auf steigende Kurse gesetzt. Wer seine Coins einfach vollständig besitzt, wird bei fallenden Kursen nicht aus der Position gedrängt, auch wenn der Wert dieser Coins trotzdem sinkt.

Bitcoin Magazine merkte an, dass Bitcoin weiterhin mehr als 30 % unter seinem Allzeithoch von 126.080 Dollar notiert. Die Kurse können weiter fallen, und niemand weiß, wo diese Korrektur endet. Vorab festzulegen, wie viel du dir leisten kannst zu verlieren, und auf Hebel zu verzichten, solange du noch lernst, sind die einfachsten Schutzmaßnahmen.

Quellen

Diese Analyse stützt sich auf die Berichte unten. Öffne sie, um die vollständige Originalberichterstattung zu lesen.

  1. CryptoSlateBitcoin crashes through $81,000 buy wall as $1 billion crypto liquidation bloodbath unfolds
  2. CoinDeskCrypto crumbles as anniversary of flash crash nears
  3. DecryptBitcoin ETFs Suffer Worst Loss Since June as Uptober Turns Red
  4. Bitcoin MagazineBitcoin Falls Below $81,000 as Oil Spikes, Fed Talks Tough

Mit KI-Unterstützung auf Basis der unten genannten öffentlichen Quellen verfasst, mit automatischer Prüfung von Zahlen und Zitaten. Keine Anlageberatung. Fehler entdeckt? Schreib an hello@finvane.blog.

Nur zu Bildungszwecken, keine Finanzberatung. Krypto-Assets sind volatil, und du kannst Geld verlieren.

So etwas jeden Morgen erhalten

Ein 5-Minuten-Briefing an jedem Werktag in deinem Postfach. Kostenlos, jederzeit kündbar.

Kostenlos. Eine E-Mail an jedem Werktagmorgen. Abmeldung mit einem Klick.

Oder folge dem Telegram-Kanal @pakaoqp